GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Sun, 20 Jun 2021 03:49:58 +0200 Sun, 20 Jun 2021 03:49:58 +0200 TYPO3 EXT:news news-799 Wed, 16 Jun 2021 15:12:49 +0200 Mindestens 1.500 zusätzlich Stellen erforderlich! https://gew-nordhessen.de/home/details/mindestens-1500-zusaetzlich-stellen-erforderlich Für kleinere Lerngruppen und individuelle Förderung Pressemitteilung 15. Juni 2021 Die GEW Hessen sieht aufgrund der monatelangen Einschränkungen beim Schulbetrieb erheblichen politischen Handlungsbedarf, dem sich die Landesregierung und die Schulträger nun stellen müssen. Maike Wiedwald, Vorsitzende der GEW Hessen, äußerte sich dazu wie folgt: „Die rückläufigen Infektionszahlen in den vergangenen Wochen haben inzwischen in ganz Hessen eine Wiederaufnahme des Unterrichts in voller Klassenstärke erlaubt. Das ist aus pädagogischen und sozialen Gründen eine sehr erfreuliche Entwicklung, denn für viele Kinder und Jugendliche waren die langen Schulschließungen mit großen Härten verbunden. Jetzt kommt es darauf an, sie bestmöglich zu unterstützen.“

Die Landesregierung hat zwar bereits unter dem Motto „Löwenstark – der BildungsKICK“ erste Ideen für ein Landesförderprogramm präsentiert, es mangelt allerdings noch an konkreten Zusagen an die Schulen, auf deren Grundlage diese das kommende Schuljahr planen können. Maike Wiedwald stellte in diesem Zusammenhang klar, dass die beste Förderung im Klassenkontext stattfindet: „Was die Schülerinnen und Schüler, die in den vergangenen Monaten mehr oder weniger den Anschluss verloren haben, nun am dringendsten brauchen, sind gute Lernbedingungen im Unterricht. Wir benötigen daher in der Schule Rahmenbedingungen, die eine optimale individuelle Unterstützung ermöglichen. Das kann durch die Zuweisung von zusätzlichen Förderstunden gelingen, die beispielsweise eine Doppelbesetzung oder die Aufteilung von Klassen in kleinere Lerngruppen ermöglichen. Dafür sollten landesweit mindestens 1.500 Vollzeitstellen bereitgestellt werden. Private Nachhilfe, die beim Kultusminister so beliebten Feriencamps und weitere Angebote von Externen können allenfalls eine Ergänzung darstellen.“

Trotz des bestehenden Lehrkräftemangels, insbesondere im Grundschullehramt, könnten die benötigten zusätzlichen Stellen grundsätzlich mit ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen besetzt werden. Auf der so genannten Rangliste warten nach wie vor rund 1.900 Lehrkräfte auf ein Einstellungsangebot des Landes. Davon entfallen rund 400 auf das Haupt- und Realschullehramt und 1.500 auf das Gymnasiallehramt. Darüber hinaus wurde vielen sozialpädagogischen Fachkräften im Rahmen der neu geschaffenen UBUS-Stellen bislang lediglich eine Beschäftigung auf Teilzeitbasis angeboten, sodass eine Aufstockung möglich wäre.

Die Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien hat sich nach Einschätzung von Birgit Koch, ebenfalls Vorsitzende der GEW Hessen, trotz der aufgelegten Programme bislang nicht wesentlich verbessert. Es wurden zwar inzwischen digitale Endgeräte für einen Teil der Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte angeschafft. Diese können aber vielerorts nicht eingesetzt werden, weil die Schulträger bislang das benötigte Personal für die System-Administration nicht eingestellt haben. „Bundesweit wurde mit einer Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt eine halbe Milliarde Euro für die Administration bereitgestellt. Sieben Monate nach Inkrafttreten ist in Hessen noch kein Cent an die Schulträger geflossen. Ohne die benötigten IT-Fachkräfte kann ein effektiver Einsatz der angeschafften Hardware aber nicht gelingen.“, so Birgit Koch.

Darüber hinaus sind das Land und die Schulträger gefordert, weitere Anstrengungen für einen besseren Gesundheitsschutz in den Schulen zu unternehmen. Die Belüftungsmöglichkeiten müssen nach wie vor in vielen Klassenräumen deutlich verbessert werden, auch durch die Anschaffung von Luftfilteranlagen. „Jetzt kommt es darauf an, dass Land und Schulträger mit Hochdruck Vorkehrungen für das kommende Schuljahr treffen!“, appellierte Birgit Koch abschließend an die Verantwortlichen.

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news-797 Wed, 16 Jun 2021 11:12:03 +0200 Fridays For Future I Demonstration und Kundgebung https://gew-nordhessen.de/home/details/demonstration-und-kundgebung 100 Tage bis zur Bundestagswahl Start Freitag 17 Uhr Hauptbahnhof-Vorplatz  Kundgebung und Reden (+ Musikbeiträge) 
Demo rund um die Stadt (inklusive Reden) 
Abschlusskundgebung auf dem Königsplatz
 

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Aktuelles
news-796 Tue, 15 Jun 2021 15:54:30 +0200 Senatswahlen an der Universität Kassel Vom 15. bis 30. Juni 2021 https://gew-nordhessen.de/home/details/senatswahlen-an-der-universitaet-kassel-vom-15-bis-30-juni-2021 GEW/ver.di wählen! Wählt Liste 1

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten

  • Sabine Hoier FB 01
  • Dominic Dennenmoser FB 11
  • Juri Kilian FB 01
  • Christian Bruns FB 11
  • Michael Beyerlein FB 01
  • Jens Schnitker-v. Wedelstädt FB 02
  • Eva Maria Löffler FB 01
  • Mareike Frevert FB 10
  • Julia Hellwig FB 01
  • Johanna Leinius FB 05
  • Martin Böhnert FB 02
  • Janosch Schobin FB 05
  • Rüdiger Schnause FB 07
  • Dolores León Munoz FB 02
  • Ulrich Prilop ISZ
  • Eike Frederic Rommelfanger FB 11
  • Volker Jahr FB 14
  • Hans Grote FB 02

Die Mitglieder unserer Liste kommen aus vielen unterschiedlichen Fachbereichen der Universität Kassel und dem ISZ. Dadurch können wir vor wichtigen Entscheidungen im Senat mit direkt Betroffenen vor Ort vertrauensvoll reden und uns sichere Informationen besorgen. Aber natürlich sind wir Ansprechpartner:innen für alle Menschen im Mittelbau.

Nach wie vor gibt es an der Arbeitssituation der wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen viel zu verbessern. Egal, ob es um unbefristete Perspektiven jenseits der Professur geht, die Gestaltung der jeweiligen Arbeitssituationen oder die Bereitstellung von ausreichend Zeit für die eigene Weiterqualifikation. Ganz konkret zur Abfederung der Pandemie für alle Beschäftigten, aber auch strukturell gibt es hier noch viel Luft nach oben, wie auch die Initiative UniKasselUnbefristet immer wieder aufzeigt. Befristungen und geringe Vertragsumfänge sind aber nicht die einzigen Themen, die uns auf den Nägeln brennen. Es gibt genug zu tun in den nächsten zwei Jahren im Senat.

In dieser Lage gibt es gute Gründe, uns zu wählen:

  • Wir stehen für eine demokratische Hochschule im Zeichen der Transparenz und der Mitarbeitendenbeteiligung auf allen Entscheidungsebenen.
  • Wir setzen uns für Kollegialität und Solidarität unter allen Kolleg:innen und mit den Studierenden ein.
  • Wir gehören den DGB-Gewerkschaften an und nutzen unsere Kontakte zu anderen Hochschulen, um Hochschul-und Wissenschaftspolitik zu beraten und Vergleiche über Arbeitsbedingungen in Hessen und bundesweit anzustellen. Das hat sich schon oft bewährt und wird auch in Zukunft zur Effektivität unserer Senatsarbeit beitragen.

Demokratische Strukturen leben!

Eine Besonderheit der Universität Kassel als ehemalige Gesamthochschule war die Partizipation aller Mitarbeitenden. Davon ist nur noch wenig geblieben, denn das Hess. Hochschulgesetz (HHG) zementiert die Entdemokratisierung. Das hat zu einer strengen Hierarchie mit enormen Entscheidungsbefugnissen für Dekane, Präsidium und Hochschulrat ohne demokratische Legitimation geführt. Die Beziehungen zwischen Bediensteten und Vorgesetzten werden unter technokratischen Gesichtspunkten und nicht unter denen einer konstruktiven Personalförderung gesehen. Wir stehen für transparente Hochschul- und Personalpolitik, in deren Mittelpunkt der respektvolle Umgang mit Mitarbeitenden und die umfassende gleichberechtigte Partizipation aller Hochschulangehörigen stehen.

Gesetzliche Freiräume zugunsten der Mitarbeitenden ausschöpfen!

Wir dringen darauf, dass an der Universität Kassel die gesetzlichen Gestaltungsspielräume zugunsten der Beschäftigten voll ausgeschöpft werden. Dazu arbeiten wir eng mit der Initiative UniKasselUnbefristet und der Personalvertretung zusammen. Besonders auf Druck unserer Vertreter:innen wurde die Ausschöpfung der familien-politischen Komponente des WissZeitVG durchgesetzt.

Zwangsteilzeit abschaffen!

Viele Kolleg:innen mit Qualifikationsverträgen haben halbe Stellen, arbeiten tatsächlich aber Vollzeit. Damit wird der geltende Tarifvertrag auf skandalöse Weise unterlaufen. Lehre und Forschung sind kein Freizeitvergnügen. Wir fordern die Uni Kassel zu ehrlicher Tariftreue auf, was bedeutet: Ordentliche Bezahlung der tatsächlich geleisteten Arbeit. Kein Armutsrisiko für Doktorand:innen auf Teilzeitstellen!

Ausreichend Zeit für Qualifizierung und eigene Forschung!

Aufgabe junger Wissenschaftler:innen ist, eigenständige Forschungsprojekte im Rahmen ihrer Promotion bzw. in der PostDoc-Phase zu realisieren. Dazu ist es notwendig, den vertraglich zugesicherten Zeitanteil hierfür zu garantieren und ggf. auszuweiten. Vertragslaufzeiten müssen an realistischen Qualifizierungszeiträumen und -zielen bemessen werden!

Dauerstellen für Daueraufgaben!

Oft wird von wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen auf befristeten Qualifikationsstellen und auf Projektstellen erwartet, sich in großem Umfang mit administrativen Aufgaben zu befassen. Durch solche zusätzlichen Daueraufgaben werden sie von ihren Forschungen abgehalten.

Wir fordern mit dem Wissenschaftsrat unbefristete Stellen für Daueraufgaben. Nur so ist die Qualität sowohl in Forschung und Lehre als auch in Organisation und Verwaltung zu erhalten und die Arbeitsüberlastung aller Kolleg:innen zu verringern!

Prekäre Lehrbedingungen stoppen!

Die Universität Kassel erteilt pro Jahr mehr Lehraufträge als alle anderen Hessischen Hochschulen. Die Beschäftigung von befristeten LfbA ist nach wie vor keine seltene Ausnahme und die eigene wissenschaftliche Qualifikation Lehre bleibt bei einer Lehrverpflichtung von 14 SWS allzu oft ein schöner Traum. Und dauerhaft eingestellte LfbA arbeiten oft über der Belastungsgrenze. Wir wollen, dass sich das ändert: Lehre ist eine Daueraufgabe, die nur durch dauerhafte und faire Beschäftigungsverhältnisse so zu sichern ist, wie es einer Universität würdig wäre.

Zukunftsperspektiven eröffnen!

Immer noch fehlt es an intelligenten Entwicklungspfaden und attraktiven Aufstiegsmöglichkeiten für das künstlerische und wissenschaftliche Personal, die nicht allein auf die Professur fixiert sind oder in die Sackgasse ungesicherter Beschäftigungsverhältnisse führen. Gewerkschaften und Wissenschaftsrat haben die nötigen Vorschläge dazu unterbreitet – nun heißt es endlich handeln!

WiMi`s in den Senat!

Die Wahl findet elektronisch statt vom 15. Juni 2021, 10 Uhr bis 30. Juni 2021, 15 Uhr Wahlberechtigte, die keinen Antrag auf Briefwahl gestellt haben, können im oben genannten Wahlzeitraum ihre Stimme durch elektronische Wahl abgeben.

Nähere Informationen zum Ablauf der Wahl erhalten die Wahlberechtigten auf den Webseiten des Wahlamtes der Universität Kassel unter www.uni-kassel.de/intern/ gremien-und-kommissionen/wahlen/hochschulwahlen

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news-795 Mon, 14 Jun 2021 15:30:16 +0200 Was macht mein Senat? https://gew-nordhessen.de/home/details/was-macht-mein-senat Infoveranstaltung zu den Senatswahlen Dienstag, 15.6.2021, um 18 Uhr. Wahlprogramme sind eine Möglichkeit, sich zu informieren und zu entscheiden. Wir möchten Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit geben, uns persönlich kennen zu lernen und mit uns ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam mit unserer Schwestergewerkschaft ver.di laden wir Sie hierfür zu einem virtuellen Treffen am Dienstag, 15.6. 2021, um 18 Uhr ein. Bei diesem Treffen stehen wir Ihnen für Fragen rund um den Senat zur Verfügung. Sie können uns Themen nennen, die Sie bewegen und wir für Sie im Senat einbringen sollen! Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare!

Zur besseren Planbarkeit der Veranstaltung möchten wir Sie bitten, sich anzumelden, und uns gegebenenfalls Ihre Fragen in der Anmeldung mitzuteilen.

Bitte schicken Sie eine Anmeldung an: geschaeftsfuehrung@gew-hessen.de

Für Kurzentschlossene ist eine Teilnahme jedoch auch ohne vorherige Anmeldung möglich.

Einladungslink: gew-hessen.webex.com/gew-hessen/j.php

Dienstag, 15 Juni, 2021 18:00 | 2 Stunden | (UTC+02:00) Amsterdam, Berlin, Bern, Rom, Stockholm, Wien Meeting-Kennnummer: 163 935 0693 Passwort: 1234 Über Telefon beitreten +49-619-6781-9736 Germany Toll +49-89-95467578 Germany Toll 2 Zugriffscode: 163 935 0693

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news-794 Mon, 14 Jun 2021 14:50:07 +0200 Runter mit der Lehrverpflichtung https://gew-nordhessen.de/home/details/runter-mit-der-lehrverpflichtung Hochschulen für Angewandte Wissenschaften 17. Juni 2021 17 Uhr Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) definieren sich in Forschung und Lehre auf Augenhöhe mit den Universitäten. Übrig geblieben aus ihrer Geschichte als "Fachschulen" ist bis heute allerdings die Lehrverpflichtung: in Hessen sind das 18 SWS für Professor*innen und 24 SWS für Lehrkräfte für besondere Aufgaben. Ungläubig fragen viele Außenstehende, wie sich eine wissenschaftsbasierte Lehre so umsetzen und mit Forschung vereinbaren lässt. Das fragen wir uns auch!

Das Problem ist den Wissenschaftsministerien durchaus bekannt, aber es fehlt an Perspektiven für eine substanzielle Veränderung. Wir laden deshalb zu einem offenen, digitalen Austausch zum Thema „Lehrverpflichtung an HAWen in Hessen“ am Donnerstag, den 17. Juni 2021 um 17 Uhr ein. Wir wollen uns vernetzen und Möglichkeiten ausloten, wie wir zu einer Verringerung der Lehrbelastung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Hessen kommen (bundesweite Initiativen natürlich nicht ausgeschlossen).
 
Punkte, die wir ansprechen möchten:

  • Die aktuelle Ausgangslage zur Lehrverpflichtung in Hessen - Situation von Lehrkräften und Professor*innen
  • Das Normenkontrollverfahren gegen die ungleiche Lehrverpflichtung von Professuren an Universitäten und Fachhochschulen in Niedersachsen
  • Unsere Anforderungen - Lehrdeputat runter auf X und Y
  • Wege hin zu einer Novellierung der hessischen Lehrverpflichtungsverordnung: Was können und wollen wir tun?

Der Zugangslink:
https://gew-hessen.webex.com/gew-hessen/j.php?MTID=m33d7f4c7062b98d172e43e077ab45c16
Donnerstag, 17. Juni, 2021 17:00 | 1 Stunde 30 Minuten |
Meeting-Kennnummer: 163 085 5149
Passwort: 1234

Über Videosystem beitreten
Wählen Sie 1630855149@gew-hessen.webex.com
Sie können auch 62.109.219.4 wählen und Ihre Meeting-Nummer eingeben.
Über Telefon beitreten
+49-619-6781-9736 Germany Toll
+49-89-95467578 Germany Toll 2
Zugriffscode: 163 085 5149

Wir freuen uns über Eure rege Teilnahme, auch von Kolleg*innen, die (noch) keine GEW-Mitglieder sind. Leitet die Einladung gerne über eure Verteiler weiter. Falls Ihr nicht teilnehmen könnt, meldet euch gerne bei uns, dann informieren wir Euch über das weitere Vorgehen.

Foto: Istock Milkos

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news-793 Mon, 14 Jun 2021 14:43:25 +0200 Hochschulgesetz in Hessen https://gew-nordhessen.de/home/details/hochschulgesetz-in-hessen Pressemitteilung vom 9. Juni 2021 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen reagiert in einer ersten Einschätzung mit Lob und Kritik auf die Vorstellung der geplanten Änderungen des Hessischen Hochschulgesetzes durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. „Nachhaltigkeit, Antidiskriminierung, Kooperation, Inklusion und Gleichstellung – das Ministerium legt neue zeitgemäße Inhalte und Aufgaben der Hochschulen fest“, so Dr. Simone Claar, Leiterin des Referates Hochschule und Forschung der GEW Hessen. „Auch die Einführung einer Tandem-Professur und die Möglichkeit, mehr wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unbefristet zu beschäftigen, halten wir grundsätzlich für sinnvoll“, so Claar weiter.

Gerade für mehr unbefristete Arbeitsverhältnisse an Hochschulen hatte sich die GEW seit Jahren starkgemacht. Die Neuregelung sieht vor, dass nach einer zusätzlichen dreijährigen Bewährungsphase mit abschließender Evaluation promovierte Wissenschaftler unbefristet angestellt oder Beamte werden können. Diese Detailregelung stößt bei den Gewerkschaftern aber auf Skepsis: „Diese künstliche Verlängerung der Probezeit soll einen Anreiz setzen, unbefristete Positionen zu schaffen. Dies verweist auf ein Grundproblem, nämlich dass viele Präsidien kein Interesse an mehr unbefristetem Personal haben. Das Land und die Hochschulen müssen sich jedoch daran messen lassen, ob am Ende tatsächlich mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine dauerhafte Perspektive haben oder nicht“, so Claar weiter.

In diesem Jahr stehen für die GEW auch die Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag Hessen erneut an. Hier können die autonomen Universitäten in Frankfurt und Darmstadt eigene Tarifverträge abschließen. „Diese rechtliche Möglichkeit hat sich aus unserer Sicht nicht bewährt. Trotz unzähliger, langer Verhandlungen konnte im Grunde nie etwas anderes als mit dem Land Hessen vereinbart werden. Hier sollten die Hochschulen wieder in den Tarifvertrag Hessen aufgenommen werden“, so Rüdiger Bröhling, der die Tarifverhandlungen für die GEW Hessen leitet.

Die Studierenden in der GEW begegnen dem Gesetzesentwurf ebenfalls mit gemischten Gefühlen. „Die GEW hat lange das Recht auf ein Teilzeitstudium gefordert, dafür wird nun ein gewisser Rahmen geschaffen“, so Nathalie Schäfer, Sprecherin der Studierenden in der GEW. Jedoch ist diese Regelung wie auch bei den Unbefristeten rechtlich nicht verpflichtend. „Während wichtige Punkte wie die Abschaffung der Verwaltungskostenbeiträge nicht angegangen werden, greift der Gesetzesentwurf tief in die Selbstverwaltung der Studierenden ein. Dies lehnen wir ab“, so Schäfer weiter. Wenn es nach der Landesregierung geht, werden die Finanzen der Studierendenvertretungen deutlich strenger als bisher kontrolliert, z.B. durch die zwingende Einbeziehung externer Wirtschaftsprüfer. Weitere Punkte wie die Bedingungen für studentische Hilfskräfte, unbezahlte Lehre von Privatdozenten oder die Mitsprache des Hochschulrates bei der Präsidentschaftswahl an der Goethe-Universität Frankfurt hatten aufseiten der Gewerkschaft in der Vergangenheit für Kritik gesorgt, hierzu werden sich die Gewerkschafter:innen im weiteren Prozess des Gesetzgebungsverfahrens äußern.

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news-792 Tue, 01 Jun 2021 09:37:38 +0200 2. Todestag von Walter Lübcke https://gew-nordhessen.de/home/details/2-todestag-von-walter-luebcke Öffentliche Mahnwache auf dem Königsplatz Kassel am 2.Juni 2021 von 16 bis 17 Uhr Kein Schlussstrich bei der Aufklärung rechten Terrors Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Kreisvereinigung Kassel 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde,

am 2.6.2021 ist der zweite Jahrestag des Mordes an Walter Lübcke. Die juristische Auseinandersetzung um den Mord fand zwar mit einem Urteil im Januar einen vorläufigen Abschluss, doch der Rechtsfrieden ist nicht hergestellt. Viele Fragen sind in dem Prozess offen geblieben. Das Gericht wollte sie nach eigenem Bekunden auch gar nicht klären. Etwa nach dem im Hintergrund wirkenden neonazistischen Netzwerk in Nordhessen, nach der Rolle der Sicherheitsbehörden und der Frage, ob dieser Mord verhinderbar gewesen wäre. 

Gleichzeitig verhindert die Regierungskoalition aus CDU und Grünen in Wiesbaden die Aufklärung rechten Terrors. Trotz einer von 130.000 Bürgern unterstützten Petition zur Offenlegung der NSU-Akten hat sie im Hessischen Landtag beschlossen, die NSU-Akten nicht freizugeben. 

Deshalb gilt: Es kann keinen Schlussstrich bei der Aufklärung rechten Terrors geben!

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, findet 

am Mittwoch, den 02.06.2021 eine öffentliche Mahnwache auf dem Königsplatz Kassel von 16 bis 17 Uhr

unter dem Motto 

„Solidarität mit den Betroffenen rechten Terrors – kein Schlussstrich bei der Aufklärung“ 

statt. Die Mahnwache wird von Kasseler Antifaschisten/innen veranstaltet und von verschiedenen Organisationen unterstützt. Kommt möglichst zahlreich und haltet Euch pandemiebedingt an die Abstandsregeln und das Tragen einer Schutzmaske.

Dr. Ulrich Schneider, VVN-BdA Kreisvereinigung Kassel  

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Aktuelles
news-791 Mon, 31 May 2021 14:59:12 +0200 Warum es gewerkschaftliche Organisation an Hochschulen braucht https://gew-nordhessen.de/home/details/warum-es-gewerkschaftliche-organisation-an-hochschulen-braucht Online-Vortrag, Freitag, 4. Juni, 18 Uhr Die Arbeit als Studentische Beschäftigte gilt als Sprungbrett in die akademische Karriere: Kontakte können geknüpft und Erfahrungen in Forschung und Lehre gesammelt werden. Der Weg von der „Hilfskraft-“ zur Promotionsstelle ist oft nicht weit. Vergeben werden die begehrten Stellen jedoch meist unter der Hand, was vor allem Studierende aus nicht-akademischen Elternhäusern benachteiligt. Hinzu kommen schlechte Bezahlung und kurze Vertragslaufzeiten – unsichere Arbeitsperspektiven also, die Studentische Beschäftigte zu einer sozial hochselektiven Gruppe im akademischen Betrieb machen. Traumjob Wissenschaft? Nicht für alle. Die Narrative von Qualifizierung als wissenschaftlicher „Nachwuchs“ und Selbstverwirklichung potenzieren die Vereinzelung, die die ökonomisierte Hochschule braucht: Wissenschaft als Konkurrenzbetrieb – nur eben nicht zwischen Ideen, sondern prekär Beschäftigten.

Der Vortrag zeigt anhand der Arbeitsverhältnisse Studentischer Beschäftigter auf, wie durch unzureichende Bildungs- und Hochschulfinanzierung soziale Ungleichheit im akademischen Betrieb reproduziert wird. Mit Blick auf die aktuelle Kampagne „Keine Ausnahme!“ wird es darum gehen, welche Rolle ein Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte bei der Verbesserung und sozial gerechteren Gestaltung der Arbeitsbedingungen spielen kann und warum der Kampf gegen prekäre Beschäftigung und der Kampf für eine bessere Ausfinanzierung von Wissenschaft ein gemeinsamer ist – und wieso es für eine solidarische Hochschule gewerkschaftlicher Organisation bedarf.

Zugangslink: https://global.gotomeeting.com/join/729383453 

Referentin: Ann-Kathrin Hoffmann ist wissenschaftliche Hilfskraft an der Europa-Universität Flensburg, seit 2020 Bundessprecherin der GEW Studis und aktiv in der bundesweiten Kampagne „Keine Ausnahme!“, die sich für Tarifverträge für Studentische Beschäftigte einsetzt.

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news-790 Fri, 28 May 2021 09:20:46 +0200 Gesamtpersonalratswahlen in Kassel: Die GEW erhält 73% der Stimmen https://gew-nordhessen.de/home/details/die-gew-erhaelt-73-der-stimmen Pressemitteilung 28.5.2021 Das Gremium wählte Birgit Koch zur Vorsitzenden. Personalratswahlen: Die GEW erhält 73% der Stimmen der Beamtinnen und Beamten bei den Wahlen zum Gesamtpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer beim Staatlichen Schulamt für den Landkreis und die Stadt Kassel

Am 19. Mai 2021 hat sich der Gesamtpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer neu konstituiert. Das Gremium wählte Birgit Koch zur Vorsitzenden.

Die GEW hat bei den Personalratswahlen am 04.05. und 05.05.2021 erneut eine große Mehrheit erzielt. Birgit Koch freut sich über das herausragende Ergebnis von 73% bei den Beamtinnen und Beamten sowie über die Tatsache, dass für die Gruppe der Arbeitnehmer*innen alle drei Mandate gewonnen werden konnten. „Die Kolleginnen und Kollegen haben die Kompetenz der GEW honoriert, die wir in die Beratung von örtlichen Personalräten eingebracht haben“, erklärte Birgit Koch.

Dazu hat auch maßgeblich Reinhard Besse beigetragen, den der Gesamtpersonalrat während seiner letzten Sitzung in der alten Wahlperiode gebührend verabschiedet hat. Kollege Besse gehörte dem Gremium seit dem Jahr 1996 an. Seit 2009 stand er gemeinsam mit Kollegin Koch dem Gremium vor.

Zum Nachfolger von Reinhard Besse wählte der Gesamtpersonalrat der Lehrinnen und Lehrer Carsten Leimbach von der Paul-Julius-von-Reuter-Schule. „Ich freue mich über das Vertrauen, dass mir entgegengebracht wurde. Ich möchte mich für bessere Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen im Gesamtpersonalrat einsetzen. Bildung braucht bessere Bedingungen und es lohnt sich, sich auch im Gesamtpersonalrat dafür einzusetzen“, so Carsten Leimbach.

Für Rückfragen

Birgit Koch 0177/2966673 BKoch@gew-hessen.de

Carsten Leimbach 0160/96606028 Carsten.Leimbach@gew-nordhessen.de

Martin Gertenbach 0177/6847715 Martin.Gertenbach@mailks.de

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Aktuelles
news-789 Wed, 26 May 2021 14:43:13 +0200 Corona-Umfrage zeigt zunehmende Belastung von Hochschulbeschäftigten in der Pandemie https://gew-nordhessen.de/home/details/corona-umfrage-zeigt-zunehmende-belastung-von-hochschulbeschaeftigten-in-der-pandemie Befristete sind besonders betroffen Die Belastung der Beschäftigten an Hessens Hochschulen ist im Zuge der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Das dokumentiert eine Befragung von mehr als 3.000 Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, die von den Gewerkschaften ver.di und GEW gemeinsam mit der Initiative »darmstadtunbefristet« am Mittwoch (19. Mai 2021) vorgestellt wurde. So geben 60 Prozent der Befragten an, ihr Arbeitsstress habe seit Beginn der Pandemie zugenommen. Von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern berichten über Dreiviertel von wachsendem Arbeitsaufwand in der Lehre, im Bereich der administrativ-technischen Beschäftigten (Sekretariate, Technik etc.) stieg der Arbeitsaufwand demnach um 72 Prozent.

„Mit der Corona-Pandemie hat sich die Belastung an den Hochschulen noch einmal deutlich erhöht“, sagte der Physiker Johannes Reinhard von »darmstadtunbefristet«. Er betonte dabei besonders die Problematik befristeter Arbeitsverträge: „Befristet Beschäftigte sind in allen Bereichen stärker betroffen. Sie arbeiten häufiger abends und an Wochenenden, kommen öfter krank zur Arbeit und klagen stärker darüber, ständig erreichbar sein zu müssen.“ Eine große Mehrheit von 84 Prozent der Befragten gehe zudem davon aus, dass sich Forschungsvorhaben und Qualifikationsarbeiten infolge der Pandemie verzögern. Etwa ebenso viele fordern, dass befristete Verträge entsprechend verlängert werden. Die Bundesregierung hat es durch eine Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes ermöglicht, befristete Verträge wegen der Pandemie um zwölf Monate über den bisherigen Höchstrahmen hinaus zu verlängern. „Doch es gibt keinen verbindlichen Anspruch, Verlängerungen müssen einzeln beantragt und begründet werden“, kritisierte Reinhard, der auch als Sprecher der ver.di-Vertrauensleute an der TU Darmstadt fungiert. „Wir fordern, dass allen befristet Beschäftigten eine Verlängerung ihrer Verträge angeboten wird. Das ist doch wohl das Mindeste.“

Die Soziologin Ricarda Kramer verwies darauf, dass Beschäftigte mit befristeten Verträgen auch unabhängig von der aktuellen Situation unter großem Druck stehen. So geben 80 Prozent von ihnen an, sich sehr häufig oder oft Sorgen um die eigene berufliche Zukunft zu machen. Von diesen Befragten fühlen sich wiederum 80 Prozent davon (eher) stark belastet. „Die permanente Unsicherheit bedeutet einen enormen psychischen Druck, der potenziell krank macht“, betonte Kramer. „Wir brauchen an den Hochschulen und Universitäten dringend mehr unbefristete Stellen. Das ist sowohl im Interesse der Betroffenen als auch im Sinne guter Lehre und Forschung.“ Wenn die Bearbeitung von Daueraufgaben ständig wechselt, sei das auch für die Studierenden und die administrativen Abläufe schädlich. 

Die Gewerkschaften wollen gemeinsam mit den »unbefristet«-Initiativen, die an verschiedenen hessischen Hochschulen aktiv sind, den Druck für mehr unbefristete Verträge erhöhen. „Über 18 Prozent der administrativ-technischen und fast 90 Prozent der Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an hessischen Hochschulen sind auf Zeit angestellt“, berichtete Dr. Simone Claar von der GEW Hessen unter Berufung auf Daten des statistischen Landesamtes. „Systematisch wird ein Großteil der Daueraufgaben an den Hochschulen von befristet Beschäftigten ausgeführt. Wir meinen aber: Für Daueraufgaben braucht es Dauerstellen.“ Das fordert auch Gabriel Nyc, der bei ver.di in Hessen für Bildung, Wissenschaft und Forschung zuständig ist. „Bei der anstehenden Novellierung des hessischen Hochschulgesetzes müssen unbedingt verbindliche Regelungen zur Ausweitung unbefristeter Beschäftigung festgeschrieben werden“, forderte der Gewerkschafter, der auch die Hochschulleitungen in der Pflicht sieht. „Wir sind gerne bereit, mit den Arbeitgebern in der kommenden Tarifrunde auch über tarifliche Regelungen zu sprechen, die dem Befristungsunwesen Grenzen setzen.“

Weitere Informationen zum Befragungsergebnis: https://darmstadtunbefristet.wordpress.com/

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